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Next-Generation-EMS -

Hardware-Beschleuniger auf allen Ebenen

Der Sturm aus Digitalisierung und Artificial Intelligence bringt die Hersteller bisher nie in Frage gestellter Produkte in Bedrängnis. Derweil erfinden kleine innovative Technologie-Startups das Rad neu. Diese Entwicklungen stellen auch die EMS-Branche auf den Kopf.

Hintergrund

Der Mensch des 21. Jahrhunderts lebt wieder mitten in technologischer Umwälzungen wie Anfang des 18. Jahrhunderts mit dem Aufkommen der Dampfmaschine – und merkt es kaum.

Amazon hat 2017 bereits 45.000 Roboter in der Logistik eingesetzt, Die International Federation of Robotics (IFR) hat ihre Roboter-Weltstatistik für 2017 veröffentlicht, die bis 2020 weltweit fast 2 Millionen neue Industrieroboter prognostiziert. Chinesische Firmen planen, nur noch einen kleinen Teil menschlicher Arbeitskräfte für alle gefährlichen, schmutzigen und stumpfsinnigen Tätigkeiten einzusetzen und wollen bis 2020 ein Verhältnis von 150 Robotern zu 10.000 Arbeitskräfte erreichen.

Das Entstehen sog. „dark factories“ mit einer 24/7 Arbeitsleistung, 250% Produktionssteigerung und Reduzierung von Defekten um 80% ist ausgemachte Sache und kann in China bereits erlebt werden, die neue Generation Cobots, also kollaborative Roboter wird in allen Schlüsselindustrien Einzug halten, von der Investitions- und Konsumgüterindustrie über Smart Home, Logistik & Transport, Maschinenbau & Automation bis zur Medizintechnik. Die gesamte Zulieferindustrie wird in diesen Strudel mitgerissen und überschlägt sich mit neuen Geschäftsmodellen, Dienstleistungen aller Art, angefangen von IoT-Versicherungen für Zahnbürsten, micro-manufacturing oder personal fabrication. In anderen Worten: Wir leben in einem fundamentalen Paradigmenwechsel unserer Lebens- und Arbeitswelt.

Die „verlängerte Werkbank“ verabschiedet sich zugunsten einer neuen Generation von EMS Produktrealisierern und Hardware-Beschleunigern, die eine beachtliche Vielzahl von alten Produkten neu auflegen, junge Unternehmen in fünf Tagen von der Idee zum Prototypen auf den Markt verhelfen und schließlich mit Micromanufacturing und Personal Fabrication neue Macher präsentieren.

»Die erfolgreichen EMS-Anbieter müssen sich zu Hardware-Beschleunigern weiterentwickeln – oder sterben«, meint Dr. Ralf Hasler, CEO der Lacon-Gruppe. »Es war noch nie so einfach und es war noch nie so herausfordernd zugleich, Hardware-Produkte zu entwickeln, zu produzieren und auf dem Markt einzuführen«

Zusammen mit EMS-Beschleunigern: Produkte neu erfinden!

Die Empfehlung von Lacon ist im Hinblick auf sich schnell wandelnde Hardware-Produkte klar: Die eigenen Produkte mit ihren Eigenschaften gut kennen, freies Denken über den Produkt-Rand hinaus fördern und einen Hardware-Beschleuniger finden:

Hersteller/Startup EMS-Beschleuniger
Everyone is a maker. Think outside the box! Konzentrieren Sie sich auf die Produkteigenschaften und Ihre USP. Spaß am Produkt, Kreativität und ständige Beweglichkeit verschaffen Ihnen die Vorteile ggü. etablierten Marken. Von der Idee zum Protoypen in 3-2-1: Schnelles Prototyping, 3D-Modelle, Spezialisten für die Umsetzung in den Gewerken müssen passgenau vom Beschleuniger kommen.
Data is king! Algorithmen, Datenmodelle und anwendungsspezifische Parameter sind Ihre Erfolgsbasis, nicht die Hardware oder Produktion. Koordination der gesamten Produktionsumgebung: Komponenten, Elektronik, Kabel, Software und Gerätebau sind an einem Ort und können im Desktop-Manufacturing eine neue Revision in Tagen fertigen.
Beteiligen Sie sich an Online-Resources und Communities! Produktentwicklung findet heute online im Schwarm statt, wird aber im Unternehmen kapitalisiert. Nutzen Sie die Vielzahl an Open-Source-Werkzeugen. Direktbeteiligung und Distribution: Im Finanzierungsfall wird ein Accelerator Mittel und Wege zur Verfügung stellen, Ihre Produkte auf den Markt zu bringen (EMS-Beschleuniger sind die besseren Venture-Capitalists).
Aktivieren Sie Prosumer! Personalisierung ist der neue Standard. Der Markterfolg bekommt identifikationsstiftenden Charakter. Virales Marketing und Authentizität machen den Unterschied. Steigende Ansprüche an Technologie verlangen Kompetenzen in Deep-Tech: Der EMS-Beschleuniger muss connected, smart, personalized, specialized und intelligent sein.

Die nächste Generation der EMS-Anbieter zeichnet sich nach Ansicht von Hasler durch die Fähigkeit aus, alle Schritte vom Prototypen zum Produkt zu beherrschen und die Time-to-Market praktisch verschwinden zu lassen. Sie zeichnen sich aus durch:

Dr. Ralf Hasler, CEO Lacon Gruppe
  • Performante Software Tools für die Konzeption, für das Detail Engineering und für die Simulation der Anwendung sowie für die Erstellung von Prüfroutinen für den End-of-Line Test. Die Software Tools erlauben eine kontinuierliche Optimierung und Verbesserung des Produktes während der Entwicklung. Nicht der erste Entwurf muss sitzen, sondern ein Grundgerüst, welches stetig und laufend optimiert wird, bevor es in die hardwaretechnische Umsetzung geht.
  • Rasend schnelles Prototyping: ob bestückte Leiterplatte oder Formteil: 3D Druck, gedruckte Leiterplatten, Spezialservices von Elektronikdistributoren oder EMS Dienstleistern: Prototyping ist zwischenzeitlich eine Frage von Tagen oder Wochen, nicht mehr von Monaten. Ein Proof of Concept oder ein Visualisierungsmuster ist heutzutage mit wenig Aufwand in kurzer Zeit erstellt. Dieser Vorgang kann auch problemlos iteriert werden.
  • Weltweite Transparenz und hohe Verfügbarkeit von Entwicklungsbausteinen: Was vor 20 Jahren mit Linux startete ist in der Zwischenzeit ein Universum von open source Lösungen, sowohl im Hardware- als auch im Softwarebereich: Ob verwendungsfähige Arduino-Routinen oder skalierbare 3D Druckmodelle oder Python Programmmodule: für viele Anwendungen in unterschiedlichsten Domänen existieren fertige Lösungen.
  • Crowdfunding & Prosumer Unterstützung: Online-Finanzierungsrunden mit Tausenden überzeugter Nutzer, Konsumenten wie Investoren, die sich im besten Falle auch gleich als Beta-Tester einbringen und drei, vier Entwicklungsschritte überspringen oder Fehltritte verhindern. Der EMS Hardware Accelerator lanciert, koordiniert und unterstützt auch hier.

Deutschland wird abgehängt

Das alles passiert heute nicht mehr im Silicon Valley, sondern im chinesischen Shenzen, wo der Weg von der Idee zum Prototypen nur zwei Türen weiter geschieht. Das sollte aber nach Ansicht von Hasler auch in Deutschland passieren, wo Innovationszentren für Startups wie in München noch eine Seltenheit sind. Oder eben bei der neuen Generation der EMS-Beschleuniger, die den Anspruch „Deep-Tech“ leben.

Hardware erfüllt die Standards connected, smart, personalized, specialized und intelligent. Und genau das meint die Neuerfindung des Rads.

Es gibt in Deutschland nach wie vor ein riesiges Potenzial an vermarktungsfähigem und schwer kopierbarem Wissen. In nahezu allen Großforschungseinrichtungen über Max Planck Gesellschaften, Fraunhofer Institute, Deutsche Luft- und Raumfahrtgesellschaft (um nur einige zu nennen) werden Milliarden von öffentlichen Geldern „verbrannt“ um wissenschaftliche Aufmerksamkeit zu erlangen. Auf die Vermarktung und Industrialisierung von erarbeiteten Erkenntnissen wird – trotz einiger Vorzeigeanstrengungen wie z.B. Fraunhofer Ventures – nur geringes Interesse und wenig Aufmerksamkeit gelegt.

Es bleibt zu hoffen, dass die deutsche Regierung entschieden gegensteuert und sich der abwandernden Intelligenz endlich bewusst wird. Die Lacon Gruppe geht voran und sieht sich als Hardware-Accelerator für deutsche Hersteller und Tech-Start-Ups und fordert:

Digitalisierung

Nahezu jedes Hardware Produkt muss heute in der Lage sein mit einer elektronischen Community zu kommunizieren. Ob Internet of Things, Cloud, AI: jedes Hardware Gadget generiert einen digitalen Footprint, der zu einem höheren Kundennutzen führen sollte. Die Politik hat alle Anstrengungen zu unternehmen, Voraussetzungen und Förderung digitaler Initiativen zu unterstützen.

Konformitätsregularien

Die Auflagen für das Inverkehrbringen von physischen Produkten haben in den letzten Jahren exponentiell zugenommen. Ob Umweltauflagen (RoHS, REACH, WEEE), protektionistische Anforderungen (CCC, UL), Anforderungen aus CSR Bestrebungen (z.B. Frank Dodd Act on Mineral Conflicts) oder sicherheitsrelevante Fragen (FDA Approval, Dual Use): die Aufwendungen für die Vorbereitung eines Markteintritts und für die Aufrechterhaltung dieser Zertifizierungen werden auch weiter steigen. Das dafür erforderliche Wissen hat eine kurze Halbwertszeit und erfordert daher eine hohe Aufmerksamkeit und die entsprechende Ressource. Die Politik muss für deutsche Produkte jede erdenkliche Hilfe zur Marktkompatibilität fremder Märkte geben.

Hardware-Beschleuniger

Eine gezielte Unterstützung von Start-Ups und Produkt-Reingineering im deutschen Markt durch EMS-Beschleuniger, die konkrete Unterstützung von der Idee bis zum Markteintritt und darüber hinaus leisten können. Die Politik sorgt für Transparenz, Anreize und Aufmerksamkeit.


Smartes Beispiel: FreshDetect

Im Zusammenhang mit den Gammelfleischskandalen Mitte des letzten Jahrzehnts hat die Politik einen Forschungsverbund aus Fraunhofer-Institut IZM, Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-Institut und Max-Rubner-Institut aufgefordert, nach Schnellmethoden zu forschen, die solche Skandale vermeiden sollen. Die Forscher wiesen mittels Fluoreszenzspektroskopie einen Zusammenhang zwischen bakterieller Belastung und Fluoreszenzsignaturen nach. Ein nachfolgendes Projekt mit mittelständischen Firmen (ZIM Projekt) entwickelte einen ersten Prototypen.

Aus dem ZIM Projekt entstand 2013 die FreshDetect GmbH, die das gleichnamige Gerät zur Serienreife weiterentwickelt hat. Mittlerweile ist wissenschaftlich erwiesen, dass FreshDetect BFD-100 vergleichbar genau zur Labormethode innerhalb von drei bis fünf Sekunden die Gesamtkeimzahl sowie Temperatur und Farbe des Fleisches misst. Dieses Vorgehen ließe sich – wenn die jeweiligen Standesdünkel beiseite geräumt würden – zum Wohle des Standortes Deutschland skalieren.

Lacon ist ein Partner des Unternehmens. FreshDetect entwickelt hochpräzise berührungslose Geräte zur zuverlässigen Messung von Qualität und Frische von Lebensmitteln sowie Hygiene im Verarbeitungsprozess. Durch Fluoreszenzspektroskopie kann laborgenau und mit minimalem Aufwand in jeder Verarbeitungsstufe ein sofortiger Rückschluss auf die mikrobiologische Güte von Lebensmitteln gezogen werden. Dies bedeutet im Vergleich zu den bisher verfügbaren Schnelltests einen Paradigmenwechsel in der Qualitätssicherung.

Auch die Kooperation zwischen Start Ups und mittelständischen Unternehmen birgt hohe Potenziale für globale Innovationserfolge mit Hardware Produkten. Gerade die mittelständische, im besten Falle auch noch eigentümergeführte Struktur erlaubt eine hohe Umsetzungsgeschwindigkeit durch Entscheidungsfreude und kurze Wege.

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